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Flurbezeichnungen in und um Lössel

"Quittmann auf dem Ufer"
"Echtermann im Schafstall“
“Renfordt auf dem Bau"
“Renfordt von der Treppe"
"Westhelle in der Ecke"
"Haus Schmitte“
"Hospital"
"Schulufer"


Kennen Sie diese Adressen?
Nein? Solche alten Standort-, Flur-, Gebäudebezeichnungen mit besonderem Klang, wenn auch nicht immer historisch ernsthaftem Erinnerungswert finden sich im Dorf Lössel in großer Zahl, meistens sind es Ableitungen von Bewohnernamen, besondere "Eigenheiten", Ereignisse oder Gedankenstützen, die unsere Altvorderen zur Namensgebung veranlassten.
Auch die alten Flurbezeichnungen sind wohl so entstanden. Machen wir einen Rundgang um Lössel mit Hilfe der alten Flurbezeichnungen:

Die Besiedelung und Hauptzuwegung zu dem einst kleinen und bescheidenen Bauern- und Kötterdorf Lössel ist wohl zu allen Zeiten aus dem Norden, das heißt, vom Grüner Tal her, erfolgt. Von hier und aus dem Dröscheder und Oestricher Bereich sind wahrscheinlich die ersten bäuerlichen "Entdecker", den Zuflüssen des Grüner Bachs folgend, in das Lösseler Waldgebiet vorgedrungen. Im hügeligen Laubwaldbereich, da, wo der Lösseler Bach das Tal etwas verbreitert durchfließt, ließen sie sich nieder.
Heute führt die Straße, der ehemalige Karrenweg, über den Roden, am Storchennest vorbei, in den Wald, vorbei am Steinbruch und durch den Ronschlah zum ehemaligen Backhaus, dem Siedlungsanfang von Lössel. Hier trifft noch heute der schmale Fußweg aus der Untergrüne von der Saat aus auf die Hauptstraße. Vom Schulte- Dickhagen-Hof aus, die ehemaligen Bleichwiesen rechts liegen lassend, folgt er zunächst dem Lösseler Bach und steigt   dann   steil   bergauf.   Katzenellenbogen,   kurz   "Elle“   links   und Ossenberg,    Kühlenberg,    Einberg,    Beernsheide rechts bilden die Talbegrenzungen.
Weiter südlich, auf das Dorf zu, trifft der Liethbach, der in der Liethhardt entspringt und durch die Dullenwiese (heute Siedlung Liethbach/Osthelle) fließt, in der Quiete auf den Lösseler Bach. Dieser kommt aus dem Röttenbachtal und durchfließt das alte Dorf Lössel. Noch bis in dieses Jahrhundert hinein gab es hier ( und etwas weiter auf die Ortschaft zu) Bachdurchfahrten und später Holzbrücken,
Die Hauptstraße führt steil ins Dorf auf die Gaststätte Neuhaus zu. Hier ist der alte Ortskern mit Feuerwehrgerätehaus und Begegnungsstätte am Dorfplatz, einem Restaurant, einigen Fachwerkhäusern und der Brunnenkirche zu suchen.
Folgt man der Straße östlich, so gelangt man auf den Bach und sieht vor sich im Süden die Bredde und die Gauschodde als Horizontbegrenzung. Leicht bergan, südwestlich, trifft der Weg zum Hilkenhohl auf die Straße, ihm folgend, lassen wir Meckels Garten, das Haferstück und die Skiwiese (Westhelle) rechts liegen und schauen links in den Rufenbach - das einzelne Gebäude an der Straße nannte man Meckels Hittenställken . Kurz dahinter trifft der Weg von der Heide auf unsere Straße, und wir schauen auf das Haus Ühler, darüber auf die Gebäude Schmidthacke und rechts in den steilen Taleinschnitt in Richtung Lenne und Nachrodt, den Tiefen Bach. Früher konnte man von dieser Stelle aus die Häuser Dümpel, zur Gemeinde Lössel gehörend, nahe der Lenne tief unten erkennen.
Die Straße steigt in einer Steilkehre durch den Kattenbusch auf die Hilkenhöhe, während wir rechts das Haus auf der Stübke unter hohen Buchen erkennen. Die Höhe ist erreicht. Die Häuser vom Hilkenhohl liegen geduckt am Waldrand. Ein Blick zurück läßt uns das Dorf Lössel und im Hintergrund Dröschede, die Autobahn und am Horizont die Rauhe Hardt und den Schälk erkennen.

Die Fahrstraße schlängelt sich ins nächste Tal durch den Hof im Heu durch Attern zur Obergrüner Talstraße.
Kehren wir zurück zum Ortskern und der Gaststätte Neuhaus, um den Weg nach Westen fortzusetzen. Von hier aus kann man, zunächst steil steigend, ins Pillingser Tal gelangen: Ober die Westhelle, vorbei an der Friedenseiche, das Naturschutzgebiet Wacholderheide östlich liegenlassend. Der Pillingser Bach entspringt unter einer im Herbstlaub rot glühenden Wildkirsche. Über ihr liegt die Hasenwiese (Dreieckswiese), östlich das Haus auf der Heide, westlich die Häuser Düsternsiepen und höher der Lüseken. Auf der Straße weitergehend, sehen wir gegenüber, mitten in der Hangwiese, durch einen schmalen Serpentinenweg erreichbar, den Hof Menze im Haken, darüber das Einzelhaus Meckel an der Aschenhalde. Die Straße führt abwärts ins Pillingser Tal, vorbei am ehemaligen Gasthaus "Graf Häseler" und weiter zum ehemaligen Gasthaus Kersting. Östlich liegt der Höhenzug des Franzosenkopfes, westlich blicken wir zum Sportplatz Lössel und entdecken im Wald das Haus Breuker im Schlanken.
Noch einmal begeben wir uns in den Lösseler Ortskern und folgen in östlicher Richtung dem Mooskampweg vorbei am Stütberg zum Vogelbrink. Hier ist noch ein kleines, inselartiges Waldstück, der Stöppmich, zu finden. Es trennt geographisch das Dorf Lössel vom Liethbachtal und der neueren Bebauung dort.