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Aus der Schulgeschichte Lössels

Bis ca. 1830 gab es in Lössel eine Wanderschule, Bauern stellten einen Raum für schulische Zwecke zur Verfügung und der Lehrer "reiste" zum Unterricht dort hin.
Das erste Schulhaus, ein Fachwerkbau, entstand zu dieser Zeit (1830) auf dem bis heute im Volksmund als Schulufer bezeichneten Platz. Es hat nicht lange den Ansprüchen der vergleichsweise großen Schülerzahl genügt, wie aus der "Genehmigung zur Hauskollekte von 1835" hervorgeht.

Die kleine Gemeinde Lössel, welche von den übrigen Schulgemeinden so entfernt ist, daß sie mit solchen nicht verbunden werden kann, ist - um die Zahl von 80 übersteigenden, schulpflichtigen Kinder nicht ohne Schulkenntniß aufwachsen zu lassen - gezwungen, ein neues Schulhaus erbauen zu lassen, welches verbunden mit einer Lehrerwohnung einen Kostenaufwand von wenigstens 900 rth erfordern wird.
Bei der Mittellosigkeit der gedachten Gemeinde, wird derselben als eine dringende Beihülfe zu den beträchtlichen Kosten die Erlaubnis gestattet, eine Hauskollekte in den Kreisen Iserlohn, Altena, Hagen und Bochum durch besondere, von dem Herrn Landrath zu Iserlohn hierunter zu benennende Deputate, abhalten zu lassen, und wird den Deputaten nicht nur Gegenwärtiges zu ihrer Legitimation ertheilt, sondern auch ihr Vorhaben der Mildtätigkeit bestens empfohlen.

Münster, 12. November 1835
Der Oberpräsident
(gez.) Vincke



So entstand ca. 1840 das erste Steinschulhaus mit Lehrerwohnung. Schon 1890/91 wurde ein Erweiterungsanbau um einen Klassenraum mit darüber befindlicher Wohnung nötig. Das bekannte Bild der Lösseler Schule zeigte sich 1902. Jetzt hatte die Höhengemeinde ein ganz ähnliches Schulhaus wie die Gebäude im Grüner Tal, Es blieb erhalten bis zur Schulreform 1968. Lössel verlor die Schule. Das Gebäude wurde anderweitig z.B. auch als Einkaufsmarkt genutzt. 1990 kam der Bagger. Heute ziert eine harmonisch eingepasste Begegnungsstätte mit Feuerwehrgerätehaus und Bereitschaftsräumen den neugestalteten Dorfplatz.